Dienstag, 1. Mai 2012

Diepholz: Drei historische Bauten



















Mein heutiger Sonntagsspaziergang durch Diepholz führte mich zu drei historischen Bauten, die ich willkürlich und nicht hinsichtlich ihrer Bedeutung ausgewählt habe. Die vier Bilder oben zeigen die sogenannte Stadtvilla, ein neoklassizistisches Gebäude aus dem Jahre 1889. Es war das Wohnhaus von Friedrich Prinzhorn, dem Vater des Chemikers und Direktors der Continental-Werke Hannover Adolf Prinzhorn. Prinzhorn vermachte das Haus der Stadt Diepholz, was die Bezeichnung "Stadtvilla" erklärt. Wie lange die Villa im Eigentum der Stadt blieb, ist mir nicht bekannt. Im Jahre 2010 wurde sie jedenfalls zusammen mit dem noch der Stadt gehörenden Grundstück einem privaten Firmeninhaber verkauft. Spätestens seit dem stand die Villa leer. Da es sich um Privateigentum handelt, hat die Stadt keinen Einfluß mehr darauf.  2017 begann der Eigentümer auf dem Grundstück mit dem Bau eines modernen Hotels, in dessen Eingangsbereich die Villa integriert werden soll. 

Auf den Bildern unten ist das alte Rathaus von Diepholz zu sehen. Es wurde 1904 im Stil des Historismus und kleineren Jugendstileinflüssen erbaut. Ursprünglich war darin auch das Post- und Telegrafenamt untergebracht. Die Stadtverwaltung zog 1986 in einen Neubau am Lappenberg um.   


























Das folgende Bild zeigt ein Gebäude an der Bahnhofstraße gegenüber dem Bahnhof, das schon seit Jahrzehnten (!) leer steht und zu verfallen droht. Die frühere Funktion des Gebäudes ist mir nicht bekannt, vermutlich handelt es sich um ein ehemaliges Bahnbeamtenwohnhaus. Da es stilistisch dem 19. Jahrhundert zugeordnet werden kann - es ist eine Art von hannoverschem Historismus - kann man davon ausgehen, daß es so alt wie der Bahnhof ist, aber wohl nicht älter, denn die Bahnhofstraße wurde erst mit dem Bau des Bahnhofs kurz nach 1870 angelegt. Das Foto darunter habe ich nicht in Diepholz gemacht, sondern zwei Tage zuvor in Celle. Darauf zu sehen ist das Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Oberlandesgericht, das den gleichen Baustil aufweist, wie das leer stehende Haus am Diepholzer Bahnhof. Es soll zeigen, was man aus einem solchen Gebäude allein durch einen passenden Anstrich und die richtigen Fenster machen kann. Auf dem letzten Foto ganz unten kann man sehen, welch zentrale Postition das Gebäude am Diepholzer Bahnhof hat. Es ist das zweite Gebäude von rechts (durch den großen Wegweiser halb vereckt). Im Hintergrund ist das Bahnhofsgebäude zu sehen.