Donnerstag, 1. Januar 2015

Steyerberg


















 




Der 5200 Einwohner (Samtgemeinde) zählende Flecken Steyerberg  liegt etwa 5 km südwestlich Liebenau an der südlichen Abbruchkante der "Eickhofer Heide" am Tal von Weser und Aue. Die Burg Steyerberg wurde im 13. Jahrhundert von den Grafen von Oldenburg-Bruchhausen erbaut. 1275 erwarb Graf Heinrich II. von Hoya die Burg. Sogleich kam es zur Eroberung der Burg durch den Bischof von Minden, der hier über zahlreiche Besitzungen verfügte. 1314 verpfändete der Bischof Burg und Vogtei dem Grafen von Hoya auf Lebenszeit. 1416 kam Steyerberg als Pfand an die Obergrafschaft Hoya, wurde aber auch nach dem Aussterben der Grafen von Hoya nicht an Minden zurückgegeben, sondern vom Herzogtum Braunschweig-Lüneburg in Besitz genommen. Von 1549 bis 1766 herrschte in Steyerberg eine Seitenlinie der Adelsfamilie von Münchhausen als Drosten. Im 30-jährigen Krieg wurde die Burg Steyerberg zerstört, der 1550 erbaute Amtshof blieb erhalten. 
1709 wurde das Amt Steyerberg um das Amt Liebenau erweitert. 1829 kam das Amt Steyerberg an das Amt Stolzenau.

Im 20. Jahrhundert wurde Steyerberg in die Vorgänge in der Eickhofer Heide verwickelt. Dort entstand 1938 die Liebenauer "Eibia GmbH Anlage Karl", die 12 Quadratkilometer große Pulver- und Munitionsfabrik, in der bis 1945 insgesamt 11.000 Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene arbeiten mußten und viele von ihnen durch die Arbeits- und Lebensbedingungen zu Tode kamen (siehe unter Liebenau). Auch in Steyerberg befanden sich Zwangsarbeiterlager und eine Zufahrt auf das Gelände. Das Lager "Stein II" ist dort südlich des Einfahrttores in Fragmenten noch erhalten (heute "Lebensgarten"-Siedlung).

Die ersten beiden Bilder oben sind Impressionen aus dem mittelalterlich anmutenden Ortskern von Steyerberg. Daunter folgen drei Bilder von der Wassermühle.

Die ersten drei Bilder unterhalb dieses Textblocks zeigen das Schloß (Amtshof), das 1550 erbaut worden ist. Wassermühle und Schloß befinden sich mitten im alten Ortskern, wo sich die Große Aue in zwei Arme teilt und eine kleine Insel bildet. Das vierte Bild unterhalb dieses Textblocks enstand auf dem Platz, auf dem sich der Bahnhof Steyerberg befand. Steyerberg lag an der 1910 eröffneten Eisenbahnstrecke Nienburg-Uchte-Rahden. Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Streckenabschnitt Liebenau-Steyerberg-Uchte stillgelegt, entwidmet und abgebaut. Dadurch ist die Strecke nie wieder durchgehend befahrbar. In Steyerberg sind ihre Spuren so weit verschwunden, daß sie fast nicht mehr lokalisierbar ist. Nur das Bahnbeamtenwohnhaus (rechts im Bild), ein paar überwucherte Fragmente der Ladestraße und das alte Landhandelsgebäude (fünftes Bild) blieben erhalten. Das letzte Foto entstand an der Steyerberger Einfahrt in das Eibia-Gelände. 


 



 



 

 
 




 



 





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