Samstag, 27. Juni 2015

Wildeshausen




















Wildeshausen an der Hunte wird im Jahre 851 erstmals erwähnt. Damals bestand hier ein Herrenhof des Grafen Waltbert, einem Enkel des Sachsenherzogs Widukind. Waltbert schenkte den Besitz im Jahre 872 dem von ihm gegründeten  geistlichen Alexander-Stift. Das Stift stellte die Missionszelle in Visbek bald in den Schatten, und Wildeshausen wurde um das Jahr 1000 ein wichtiger Flecken mit Markt und Gericht. Durch Erbgang ging der Ort im 11. Jahrh. an die Billunger Herzöge und an die Welfen. Um 1100 übertrugen die Billunger die Vogteirechte über Wildeshausen den Grafen der Grenzmark Sachsen-Friesland (Sitz: Oldenburg) während die Probsteirechte von den Welfen dem Bremer Domkapitel überlassen wurden. Um 1150 gründete Graf Heinrich von Oldenburg die Burg Wildeshausen für die Wildeshauser Linie der Grafen von Oldenburg. Nach dem Aussterben dieser Wildeshauser Grafen im Jahre 1270 ergriff das Erzbistum Bremen  Besitz von dem Ort. Als Gegenleistung bekam Wildeshausen das Bremer Stadtrecht und einen geschenkten Platz zum Rathausbau. Die Stadt wurde befestigt. Um 1500 geriet Wildeshausen unter münsterischen Einfluß. Mit dem Bistum Münster gab es während der Reformation heftige Auseinandersetzungen. Die Stadt Wildeshausen wurde dabei zum Flecken heruntergestuft. Mit dem 30-jährigen Krieg gelangte das reformierte Erzbistum Bremen, damit auch Wildeshausen, als "Herzogtum Bremen" an Schweden, und 1700 schließlich an das Kurfürstentum Hannover. Bis zum Reichsdeputationshauptschluß von 1803 blieb das Amt Wildeshausen hannoversch und kam dann an das Großherzogtum Oldenburg. Heute gehört Wildeshausen zum Landkreis Oldenburg und hat ca. 18.800 Einwohner. 1988 wurde die Kreisverwaltung des Landkreises Oldenburg von Oldenburg nach Wildeshausen verlegt. 

Das erste Bild ganz oben zeigt den Rathausbrunnen mit dem alten Rathaus (Bauzustand der Zeit um 1900). Das zweite Bild entstand in der Innenstadt. Dort sind kaum historische Häuser erhalten. Die Innenstadt ist von modernen Neubauten und norddeutscher Kühle geprägt. Auf dem dritten Bild ist das mächtige Kriegerdenkmal im Art-Deco-Stil (vermutlich 1920er Jahre) zu sehen. An dieser Stelle im heutigen Stadtpark befand sich die Burg der Grafen von Wildeshausen. Das vierte Bild zeigt die alte Schnapsbrennerei (heute Brennereimuseum). 

Das erste Bild unterhalb dieses Textblocks zeigt die evangelisch-lutherische Stiftskirche (Alexanderkirche) aus dem 13. Jahrhundert. Darunter folgen drei Bilder mit den außergewöhnlich schönen und filigranen Verglasungen der Kirche. Sie wurden im Jahre 1909 geschaffen und sind dem Jugendstil zuzuordnen. Diese Anpassung oder künstlerische Interpretation der Gotik hat sicher auch etwas mit der Verklärung des Mittelalters jener Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu tun. Das erste der drei Aufnahmen zeigt das große Hauptfenster hinter dem Altar. Auf dem zweiten Bild ist eines der Seitenfenster zu sehen. Die Inschriften lauten: "Selig sind die Barmherzigen", und "Gestiftet vom Senat der Freien und Hansestadt Bremen 1909".  Das dritte Bild zeigt ein Detail des Fensters: das Staatswappen der Freien und Hansestadt Bremen.






















Es folgt ein Foto mit der Stützmauer der Stifts-Anlage. Oberhalb der Mauer ist ein kleiner Fachwerkschuppen, sowie ein kleiner Teil der Stiftskirche und des Remters (Kapitelhaus) zu sehen. Der Remter ist älter als die Stiftskirche und geht auf das 10. Jahrhundert zurück. Er gilt als der älteste erhaltene Profanbau Niedersachsens. Die Fotos zwei bis fünf unterhalb dieses Textblocks entstanden im Garten des Remter.



























Es folgt ein Foto vom Amtshaus. Das Baujahr ist mir nicht genau bekannt, deshalb kann ich nicht sagen, ob es sich um das hannoversche Amtshaus handelt, oder ob es erst in oldenburgischer Zeit erbaut worden ist. Auf dem letzten Bild ist das ehemalige, sich in unmittelbarer Nähe des Stift befindende kleine Wasserkraftwerk aus dem Jahre 1913 zu sehen. Vermutlich entstand es anstelle einer alten Wassermühle des Stift. Der Straßenname "Mühlenstraße" läßt darauf schließen. 














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