Sonntag, 12. Juni 2016

Schloss Hüffe










Das Rittergut Hüffe bei dem Dorf Lashorst nahe Preußisch Oldendorf geht auf eine zum Bistum Minden gehörende Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert zurück, die dort an der Grenze zwischen der Grafschaft Ravensberg und dem Bistum Minden errichtet worden ist. Die ersten Eigentümer waren die von Schloen (genannt Gehle). Von 1554 bis 1580 war ein Oberst von Wrisberg Gutsherr auf Hüffe. Im Jahre 1593 kaufte Philip Wilhelm von Cornberg (Sohn des Landgrafen von Hessen-Kassel und seit 1592 Herrscher über Auburg-Wagenfeld) das Schloß. Im Jahre 1773 ging Schloß Hüffe durch Kauf an den hessischen Beamten Friedrich Christian Arnold von Jungkenn. Er ließ das Schloß und den Park zwischen 1774 und 1784 in seiner  heute noch erhaltenen Form umbauen. Die Familie von Jungkenn blieb bis 1947 Eigentümer der Schloßanlage, dann wurde sie bis 1997 als Altenheim betrieben. Eigentümer des Schlosses war ab 1977 der Gründer der Paracelsus-Kliniken Hartmut Krukemeyer. Krukemeyer starb 1994, seine Witwe Katharina Gräfin von Schwerin-Krukemeyer blieb Eigentümerin und Bewohnerin des Schlosses bis zu ihrem Tod im Jahre 2015. Heute (Juni 2016) steht Schloß Hüffe wieder zum Verkauf. 

Die ersten zwei Fotos oben zeigen das Schloß in Vorderansicht. Es handelt sich um Barock mit klassizistischen Einflüssen. Die ersten zwei Bilder unterhalb diesen Textblocks zeigen Impressionen aus dem Park, das dritte Bild die ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebsgebäude des Gutes.   


















Es folgt eine Bildreihe aus dem Hafen von Getmold, der etwa 3 km von Schloß Hüffe entfernt liegt. Getmold ist ein kleines Dorf, das ebenfalls zu Preußisch Oldendorf gehört. Der Hafen am Mittellandkanal ist für so einen kleinen Ort beachtlich. Im Zweiten Weltkrieg ist er durch einen Ölhafen mit Wendebecken erweitert worden, der zum ca. 4,5 km weiter südlich gelegenen Lufwaffentanklager 2/VI Preußisch Oldendorf gehörte und mit diesem über eine Pipeline verbunden war. Das Tanklager verfügte über einen Eisenbahnanschluß. Das Flugbenzin wurde nach der Fertigstellung des Ölhafens (vermutlich nach 1942) per Schiff angeliefert und per Bahn an die einzelnen Versorgungsstellen verteilt. Das Tanklager bestand nach dem Krieg weiter bis 1998 als Korps-Depot 155 (dem Nachschubkommando 1 in Rheine untestellt) und als Mobilmachungsstützpunkt der Bundeswehr. Im Korps-Depot wurde der Treibstoff jedoch nicht mehr in verbunkerten stationären Tanks gelagert, sondern in transportablen Metallbehältern in Lagerhallen. Vermutlich deshalb wurde der Ölhafen mit der Pipeline überflüssig und nicht wieder in Betrieb genommen. Die verbunkerten stationären Tanks des Depots aus dem Zweiten Weltkrieg sind bereits Anfang der 1950er Jahre gesprengt worden.

Das erste Foto unterhalb dieses Textblocks entstand an der alten Kanalbrücke von Getmold (die neue Brücke befindet sich 1 km östlich). Die alte Brücke gehört heute nur noch zu einer einfachen Gemeindestraße. Früher gehörte sie zum Militärstraßen-Grundnetz, was an dem gelben Schild mit der Belastbarkeits-Kennzeichnung für Militärfahrzeuge zu erkennen ist. Diese alten Schilder wurden nach der Wende vielfach vergessen und deshalb nicht alle abgebaut. Blickrichtung auf dem Foto ist Süden. Der ehemalige Ölhafen befindet sich rechter Hand, der Haupthafen linker Hand. Den Ölhafen zeigt das zweite Bild. Dort sind allerdings keine Relikte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs mehr zu erkennen, da er zu einem Yachthafen umgebaut worden ist. Das dritte bis fünfte Bild habe ich bereits im August 2009 auf dem Gelände des ca. 4,5 km entfernten, verlassenen Tanklagers gemacht. Die Bilder zeigen Treibstoff-Lagerhallen des Korps-Depots. Das Gemäuer vorne rechts auf dem dritten Bild könnte ein Überrest der verbunkerten stationären Tanks aus dem Zweiten Weltkrieg sein. Beachtenswert sind auch die übermächtigen Pyramidenpappeln in der Bildmitte. Sie stammen mit großer Wahrscheinlichkeit noch aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Auf den letzten beiden Bildern ist der Haupthafen von Getmold (Preußisch Oldendorf) zu sehen. 






















 

















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