Donnerstag, 1. Juli 2010

Dom zu Verden
















Der Ort Verden/Aller entstand Anfang des 8. Jahrhunderts an der Stelle einer altgermanischen Kult- und Gerichtsstätte und wurde um 850 Sitz des Bistums Verden. Bald profitierte das Bürgertum von der verkehrsgünstigen Lage an der schiffbaren Aller. Die Bürger erreichten im 13. Jahrhundert das bischöfliche Stadtrecht und eine Ratsverfassung, jedoch nicht die Mitgliedschaft in der Hanse. Seit 1521 wird Verden als freie Stadt in der Reichsmatrikel aufgeführt. Diese freie Stadt Verden (Norderstadt) war vom Südteil des Ortes, das dem Domkapitel unterstand, durch eine Mauer getrennt, die erst 1676 wieder verschwand. Residenz des von den Bischöfen als weltliches Territorium regierten Bistums (Hochstift) Verden war wiederholt die Burg in Rotenburg/Wümme. Um 1570 führte Bischof Eberhard von Holle die Reformation ein. Im 30-jährigen Krieg fiel das Bistum an Schweden, wurde endgültig säkularisiert und mit dem Bistum Bremen zum schwedischen "Herzogtum Bremen und Verden" zusammengelegt. Die Residenz wechselte 1648 von Rotenburg nach Stade. Im Nordischen Krieg verlor Schweden seine Vormachtstellung, und Dänemark bemächtigte sich 1715 dem schwedischen Herzogtum. Die Dänen verkauften das Gebiet noch im selben Jahr dem Kurfürstentum Hannover. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die alte Kaufmannsstadt Verden mehr zu einer Behörden- und Garnisonsstadt. Zunächst war hier Kavallerie stationiert, zuletzt bis 1993 die 7. Britische Panzerdivision. Der heutige Landkreis Verden ist mit dem ehemaligen Bistum Verden nicht deckungsgleich, sondern umfaßt nur dessen südlichen Teil, sowie einen kleinen südlichen Teil des früheren Bistums Bremen. Rotenburg verfügt über einen eigenen Landkreis. Die Stadt Verden ist heute Sitz des Landkreises Verden und hat rund 26.000 Einwohner. Die sehr gut restaurierte Altstadt macht einen recht wohlhabenden Eindruck.


Der Baubeginn des heutigen gotischen Domes liegt im 13. Jahrhundert, der des romanischen Glockenturmes bereits im 12. Jahrhundert. Der Dom gilt heute als eines der bedeutendsten Bauwerke des Mittelalters in Norddeutschland. 1828 erfolgte mit Unterstützung des Königs von Hannover eine grundlegende Restaurierung des Domes, die noch unter dem Einfluß des Klassizismus stand und - im Gegensatz etwa zum Bremer Dom oder zur Bückener Stiftskirche - mit historistischer Ausstaffierung sehr zurückhaltend umging. Alle barocken Elemente wurden entfernt, der gesamte Innenraum weiß getüncht, und sein Gesamtbild vereinheitlicht. An die Stelle des Barockaltars trat ein neogotischer Schnitzaltar. Die Restaurierung im Stil des Spätklassizismus oder der Frühromantik besitzt exemplarischen Rang und blieb im Wesentlichen bis heute erhalten. Die Glasmalereien der Fenster hinter dem Altar wurden 1913 gefertigt. Die Rotfassung der Decke erfolgte im Jahre 1966.

Der Kreuzgang entstand im 13. Jahrhundert unter Einbeziehung romanischer Teilungssäulen der älteren, im 13. Jahrhundert abgebrannten Kirche. Das große Fachwerkhaus am Kreuzgarten ist das Domgymnasium. Die auf einem der Fotos abgebildetet Orgel wurde 1916 von der Firma Furtwängler und Hammer hinter einem etwas älteren, neogotischen Orgelprospekt erbaut. Die Empore mit den beiden schlanken Stützen ist im Klassizismus ausgeführt. Die zweite Domorgel (nicht abgebildet) wurde 1968 erbaut. Das letzte Bild zeigt den Dom hinter einem Kriegerdenkmal des "2. Hannoverschen Ulanen-Regimentes" für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.


 























1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Interessanter Essay und schöne Musikauswahl.

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