Sonntag, 5. April 2015

Uchte




















Der alte Burgflecken Uchte liegt am Südrand der Böhrde nahe der westfälischen Grenze, einem sandigen Höhenzug, der die Überquerung umfangreicher Moorgebiete durch die Fernstraße von Minden nach Bremen (heute B 61) ermöglichte. Demnach lag Uchte an strategisch wichtiger Stelle. Der Flecken entstand im 13. Jahrhundert um die von den Grafen von Hoya erbaute Grenzburg gegen das Bistum Minden und wurde Mittelpunkt einer Vogtei. Uchte blieb Grenzburg bis zur Errichtung der weiter südwestlich gelegenen Grenzburg Diepenau durch die Grafen von Hoya um 1380. Die Burg Uchte ist später verfallen, Uchte blieb aber Amt. Das Amt  kam gegen 1500 unter münstersche Lehnshoheit, von dort ging es 1527 an Hessen über. 1816 wurde das Amt Uchte mit der Neuordnung Deutschlands nach dem Wiener Kongreß dem Königreich Hannover angegliedert. Heute gehört Uchte zum Landkreis Nienburg und hat ca. 4700 Einwohner.

Die ersten drei Bilder oben zeigen das ehemalige Amtshaus in Uchte. Es scheint heute privatisiert, eine Außenbesichtigung ist daher nur von der Straße aus möglich, der interessante Abschlußstein nur mit Zoom bzw. Teleobjektiv fotografierbar. Der Stein zeigt die Initialen "F.R." mit einer Krone und der Jahreszahl 1750. Mir ist nicht eindeutig klar, wer damit gemeint ist. Friedrich II. von Hessen-Kassel kann es nicht sein, weil dieser erst ab 1760 regierte und zudem die Landgrafen von Hessen-Kassel keine Könige waren. Eine weitere Theorie wäre, daß mit "F.R." Friedrich II. von Preußen gemeint ist. Dies könnte dadurch zu erklären sein, daß Hessen ab 1527 die Grafen von Bentheim-Tecklenburg mit Uchte bis zu deren Aussterben belehnte; die Grafschaft Tecklenburg kam jedoch 1707 durch Verkauf an Preußen. Demnach hätte Uchte um 1750 zum Königreich Preußen gehört. Aber wie gesagt, das ist nur eine Theorie von mir nach umfangreicher Sucherei in meiner Bibliothek. Ich bin kein Historiker und kann mich irren, lasse es aber erstmal so stehen.

Auf dem vierten Bild von oben ist die um 1840, also in hannoverscher Zeit erbaute Kirche zu sehen, die dem Baustil des Neoklassizismus oder der "Romantik" zugeordnet werden kann.

Die ersten beiden Fotos unterhalb dieses Textblocks entstand im Ortszentrum, auf dem dritten Bild ist die charakteristische enge historische Bebauung zu sehen, wie wir sie auch von anderen niedersächsischen Burgflecken der Region kennen, etwa von Diepenau, Steyerberg oder Siedenburg. Das vierte und fünfte Bild unterhalb dieses Textblocks zeigen die ehemalige Wassermühle von Uchte im Ortszentrum am Uchter Mühlenbach.





























Es folgen noch zwei Bilder vom Bahnhof Uchte. Das erste zeigt die Strecke Rahden-Nienburg, die seit 1970 wegen Stillegung des Abschnittes Uchte-Steyerberg in Uchte endet, mit dem ehemaligen Bahnbeamtenwohnhaus im Hintergrund. Das Gleis ist in einem erbärmlichen Zustand. Das zweite Bild zeigt das verkaufte Empfangsgebäude. Uchte war früher ein kleiner Eisenbahnknotenpunkt. An die durchgehende Reichsbahnstrecke Rahden-Nienburg schlossen hier die Strecke Uchte-Petershagen-Minden der Mindener Kreisbahn und die Schmalspurstrecke Uchte-Loccum-Wunstorf der Steinhuder Meerbahn an. Die Anschlußstrecken sind spurlos verschwunden, es existiert nur noch der Stumpf Rahden-Uchte. Dieser wird nur noch an wenigen Tagen im Jahr von einer Museumsbahn befahren. 














Keine Kommentare:

Kommentar posten