Montag, 4. April 2016

Hansestadt Herford




























Die Stadt Herford geht auf die Gründung des dortigen Frauenstiftes um das Jahr 800 zurück. Das Benediktinerinnen-Stift erlangte im 12. Jahrhundert die Reichsunmittelbarkeit. Herford entwickelte sich zu einer bedeutenden Handelsstadt. Vom 13. Jahrhundert bis 1530 wurde Herford kondominial regiert, das heißt, das reichsunmittelbare Stift und die Stadt hatten eine gemeinsame Regierung, wodurch die Stadt eine quasi-reichsunmittelbare Stellung erlangte. 1342 trat Herford der Hanse bei. Mit der Reformation wurde 1533 das Stift protestantisch. 1631 erlangte die Stadt Herford die Reichsfreiheit. Diese ging jedoch 1647 nach der Annexion durch das Kurfürstentum Brandenburg (das spätere Preußen) verloren. Brandenburg hatte die Grafschaft Ravensberg, in der Herford lag, bereits durch den Vertrag von Xanten im Jahre 1614 in Besitz erlangt, und schlug die Stadt nun dieser Grafschaft zu. Herford wurde somit eine preußische Provinzstadt und blieb dies bis heute. Das Stift Herford wurde 1802 kurz vor dem Reichsdeputationshauptschluß aufgehoben, das Gelände ebenfalls der preußischen Grafschaft Ravensberg zugeschlagen. Nach 1810 zog dort eine Spinnerei ein. Mit dem Bau des neuen Rathauses auf dem Stiftsgelände im Jahre 1916 verschwanden die Stiftsgebäude vollständig. 1816 wurde Herford Kreisstadt des gleichnamigen preußischen (heute nordrhein-westfälischen) Landkreises. Von 1911 bis 1968 war Herford vorübergehend kreisfreie Stadt. Spätestens ab dem frühen 19. Jahrhundert war sie auch Garnisonsstadt. Die drei Kasernen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von der Britischen Armee genutzt. Von 1990 bis 2009 befand sich in Herford die Zentrale des britischen Soldatensenders BFBS. Seit dem vollständigen Abzug der Briten im Jahre 2015 ist die Stadt militärfrei. Erwähnenswert ist auch, daß Herford Sitz der Nordwestdeutschen Philharmonie ist, eines der drei Sinfonieorchester Nordrhein-Westfalens.  Heute hat Herford ca. 65500 Einwohner. 

Die ersten drei Fotos ganz oben zeigen den heute noch erhaltenen Charakter der Innenstadt als der einer ehemals bedeutenden reichen Kaufmanns- und Hansestadt. Das vierte und fünfte Bild zeigen das Herforder Münster (Stiftskirche) des ehemaligen reichsunmittelbaren Stifts. Sie wurde 1220-1250 erbaut. Seit 1533 ist sie evangelisch. 

Die ersten vier Bilder unterhalb dieses Textblocks zeigen weitere Impressionen aus der Altstadt. Darunter folgen ein Foto vom Brunnen des Neuen Marktes und zwei Bilder von der evangelischen Johanniskirche, erbaut im 14. Jahrhundert. Sie war keine Stifts- sondern eine Stadtkirche. 



 
   



































Es folgen zwei Bilder von der 1878 gegründeten Herforder "Brauerei Felsenkeller". Das "Herforder Pils" ist nicht nur in Ostwestfalen eines der verbreitetsten Biere, sondern es war lange Zeit auch im Südkreis Diepholz ein Bier mit hoher regionaler Identifikation. Gastronomie, Volksfeste, Sportvereine und Veranstaltungen im Kreis Diepholz südlich der Linie Barnstorf-Sulingen hatte die Herforder Brauerei bis vor einigen Jahren fest im Griff. Dann eroberten sich im Südkreis Diepholz und auch in Ostwestfalen zunehmend sauerländer Großbrauereien und die kleine Lübbecker Barre-Brauerei Markanteile und drängten die Herforder erkennbar zurück. In den 1980er Jahren hatte die Herforder Brauerei mit einer Jahresproduktion von 1 Million Hektolitern noch zu den größten Privatbrauereien Deutschlands gezählt. Bis 2006 war die Produktion mit 515.000 Hektolitern um fast die Hälfte geschrumpft. Im Jahre 2007 schluckte schließlich der sauerländer Braukonzern "Warsteiner Gruppe" die Herforder Brauerei. Die Marke wurde jedoch aufgrund einer Bestandsgarantie erhalten. Das Herforder Pils, wie es heute gebraut wird, gehört eher zum unteren Pressegment. Das Bier hat eine leicht süßlich-malzige Note.
































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